ILAS
Liberal Arts & Sciences
Foto: UHH/Denstorf
28. Mai 2026, von Juliette Sophie Breuer

Foto: Tanztriennale
Diesen Sommer wird Hamburg zur Tanzstadt! Vom 14.-21. Juni findet die erste Tanztriennale statt. Wie die Tanztriennale selbst beschreibt, geht es um Tanz auf der Bühne, im öffentlichen Raum, als Diskurs oder im Alltag. Gefördert als kultureller Leuchtturm durch die Kulturstiftung des Bundes, möchte die Tanztriennale aktuelle Entwicklungen des Tanzes sichtbar machen: Von urbanen Tanzstilen über zeitgenössische Richtungen bis hin zum klassischen Ballett ist alles dabei.
Über Kulturen, Communities und Generationen hinweg lädt die Tanztriennale Menschen aus der Tanzszene und die interessierte Öffentlichkeit ein, zuzuschauen, mitzumachen, nachzudenken, sich darüber auszutauschen und natürlich gemeinsam zu tanzen – denn Tanz gehört uns allen!
Genau das haben wir schon im Vorfeld der Tanztriennale ausprobiert: Einige Liberal Arts & Sciences Studierende haben am 15.4. am siebten „All Moves“ in Vorbereitung auf die Tanztriennale teilgenommen.
Beim „All Moves“ sind alle Interessierten, ob mit oder ohne Tanzerfahrung, eingeladen, neue Formen des Tanzes und der Bewegung gemeinsam auszuprobieren. Das Besondere: Der Tanzstil und die anleitenden Künstler:innen sind eine Überraschung. Laut der Tanztriennale ist es das Ziel, sich spontan und ohne Vorbehalte auf Bewegung einzulassen. Das erlebte auch LAS-Studentin Svjetlana:
Ich habe All Moves im Vorfeld der Tanztriennale in Hamburg ohne große Erwartungen besucht. Doch schon nach kurzer Zeit hat mich die Offenheit und Vielfalt der Teilnehmenden beeindruckt. Menschen unterschiedlichsten Alters, mit verschiedenster Tanzerfahrung und körperlichen Voraussetzungen kamen hier zusammen, um Tanz auf ganz persönliche und emotionale Weise zu erleben. Diese kollektive Erfahrung war für mich etwas ganz Besonderes. Sie hat mich berührt, inspiriert und mir gezeigt, wie verbindend und kraftvoll gemeinsames Tanzen sein kann. (Svjetlana, 6. Semester)
Beim Seminar „Collective Healing – Bewegung im öffentlichen Raum“ erkunden Studierende, wie künstlerische Praktiken der Bewegung und Körperwahrnehmung neue Perspektiven auf Themen wie Gesundheit, Stadtplanung, postkoloniales Erbe und die Idee einer „Stadt für alle“ eröffnen können. Das Seminar ist ein Kooperationsseminar von HCU und UHH mit der Tanztriennale Hamburg 2026 sowie des BAs "Kultur.Digitalisierung. Metropole" (HCU) und des BAs "Liberal Arts & Sciences"/Major "Medical & Health Humanities" (UHH). Es wird im Co-Teaching von Sophie Witt, Hanna Göbel und Sarah Pieper unterrichtet. Dabei treffen künstlerische Forschung, Projektmanagement, kulturwissenschaftliche Theorie und stadtpolitische Diskussion aufeinander. Das Seminar kombiniert theoretische Auseinandersetzung mit praktischen Formaten, und trifft damit auf sehr positiven Anklang bei den Studierenden:
Ich fand es toll, dass das Seminar auf das Event „All Moves“ aufmerksam gemacht hat und die Möglichkeit geboten hat, daran teilzunehmen. Mir hat die Stunde des gemeinsamen Tanzens sehr viel Spaß gemacht. Vor allem wurde der Abend durch die Live- Musik und durch die anwesenden Tänzer:innen des Bundesjugendballetts besonders. Ich habe früher zwar getanzt, aber zuvor noch keine konkreten Berührungspunkte mit Contact Impro gehabt. Ich finde jedoch, dass das Konzept des gemeinsamen Entdeckens und Kennenlernens einer Tanzkultur offen für alle Level sehr bereichernd ist, um sich in der Gemeinschaft wieder mehr tänzerisch zu bewegen. Außerdem war der Abend ein schöner Teaser für die Tanztrinnale im Sommer. (Jonna, 6. Semester)
Bei diesem All Moves war das Bundesjugendballett John Neumeier zu Gast. Bei einer Improvisation, angeleitet von Ballettmeister Raymond Hilbert, wurden zuerst alleine im Raum Bewegungen erforscht. Dann sind die Teilnehmenden in zufällige Pärchen übergegangen und haben bei einer Kontaktimproviation den Impulsen und Berührungen der anderen Person gefolgt. So entstand ein interessantes Spiel aus Führen und Folgen, dem Austausch von Gewicht, Balance, Schwerkraft, ohne feste Choreografie. Um Bewegungen an die individuellen Möglichkeiten anzupassen war das Team der Mixed-Abled Tanzcompany Chorosom vor Ort.
Für einige Studierende waren die Improvisationen neue, aber ausnahmslos bereichernde Erfahrungen:
Mit „All Moves“ verbinde ich, den Körper nicht nur zu bewegen, sondern wirklich zu spüren – mal leicht wie Rauch, über ein Zucken, bis zum Bewegen unter größter Muskelanspannung. Eine tolle Atmosphäre, abgerundet durch Live-Musik und ein noch tolleres Erlebnis! (Elisa, 2. Semester)
Am meisten mitgenommen habe ich, dass Community einfach super wichtig ist! Durch Aktionen wie das All Moves kann man so ein Community Gefühl kreieren und das bräuchten wir wirklich öfter. (Amelie, 2. Semester)
Im gemeinsamen Tanz ist sofort eine Nähe und ein Vertrauen entstanden, dass man so mit fremden Menschen normalerweise nicht erfährt. Das war sehr schön und berührend – Collective Healing in der Praxis! (Paula, 6. Semester)
Auch der NDR war nun schon zum zweiten Mal beim „All Moves“ vor Ort. Der Beitrag dazu, wo unsere Studierenden mittanzen, wurde am 23. Mai in der Nordtour gezeigt und ist in der Mediathek des NDR abrufbar.