ILAS
Liberal Arts & Sciences
Foto: UHH/Denstorf
11. Juni 2026

Foto: Elisa Braun
Annikas work connects Arts, Science and Technology Studies (ASTS) with urban sociology, exploring the relationships between knowledge practices and social forms – with a particular interest in creative and collaborative approaches to knowledge production. Annika is completing her PhD on transdisciplinary research formats and works as a lecturer at the Lucerne University of Applied Sciences and Arts.
I am thrilled to be starting work on the Currents of Imagination project together with Hilke Marit Berger. The project explores how AI is simultaneously shaping and shaped by collective imagination — and how creative methodologies like storytelling, coding, and speculative practice can intervene in those processes. At its heart, it uses experimental and arts-based methods to test alternative models that diverge from dominant AI systems in terms of modelling, architecture, and training data – and in doing so, may open up a broader, more decentralised vision of the future.
ILAS, as a young and still-forming constellation, has a rare spirit. It brings together remarkably open-minded people from different disciplines, connected not by a shared method or object but by a shared curiosity about what knowledge can do and who it serves. As a sociologist working with creative methods, this is the environment I was looking for: one where inter- and transdisciplinary thinking is a lived practice, and where the boundaries between urban research, philosophy, literature, and the arts are treated as invitations.
The Currents of Imagination project is the main thread. It will run for at least five years, which feels like a rare luxury in academic research. I am looking forward to weaving connections from there to current and new collaborators, working practically on creative and speculative methods in the field and helping shape ILAS as a node for futuring methodologies: something we see as genuinely urgent for sociotechnical research. At the same time, I want to use those collaborative encounters to make a theoretical contribution to questions about the sociality of transdisciplinary collaboration, further analyzing how 'epistemic friendship' makes genuine knowledge exchange across difference possible.
Annika Kühn ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Hamburg und arbeitet am ILAS im Projekt Currents of Imagination. Ihre Arbeit verbindet Wissenschafts-, Technologie- und Kunstforschung (ASTS) mit Stadtsoziologie und fragt nach den Zusammenhängen zwischen Wissenspraktiken und sozialen Formen – mit einem besonderen Interesse an kreativen und kollaborativen Ansätzen der Wissensproduktion. Annika promoviert zu transdiziplinären Forschungsformaten und arbeitet als Lehrbeauftragte an der Hochschule Luzern.
Ich freue mich sehr, gemeinsam mit Hilke Marit Berger in das Projekt Currents of Imagination zu starten. Das Projekt geht der Frage nach, wie KI kollektive Vorstellungswelten formt – und umgekehrt durch sie geformt wird – und wie kreative Praktiken wie Storytelling, Coding und spekulatives Arbeiten in diese Prozesse eingreifen können. Im Kern geht es darum, experimentell und mit künstlerisch-kreativen Methoden alternative Modelle zu erproben, die in Bezug auf Modellierung, Architektur und Trainingsdaten von dominanten KI-Systemen abweichen – und damit möglicherweise einen erweiterten, dezentralisierten Blick auf Zukunft freigeben.
2. Was fasziniert dich an den Liberal Arts & Sciences und inwiefern bereichert der Aufenthalt am ILAS deine Forschung?
Das ILAS ist noch sehr jung, noch im Werden und genau das macht es besonders. Hier treffen sehr offene Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen aufeinander, die nicht durch eine gemeinsame Methode oder einen gemeinsamen Gegenstand verbunden sind, sondern durch eine geteilte Neugier: Was kann Wissen leisten, und wem dient es? Für mich ist dieses Umfeld in dem inter- und transdisziplinäres Denken wirklich gelebt wird, ideal. Die Unterschiede zwischen Stadtforschung, Philosophie, Literatur und Kunst stellen hier keine Hindernisse dar, sondern werden als Einladungen gelesen.
Das Projekt "Currents of Imagination" bildet den roten Faden. Es ist auf mindestens fünf Jahre angelegt – ein seltener Luxus in der akademischen Forschung. Ich freue mich darauf, von dort aus Verbindungen zu bestehenden und neuen Kooperationspartnerinnen zu knüpfen, kreative und spekulative Methoden in der Praxis weiterzuentwickeln und das ILAS als Knotenpunkt für Futuring-Methodologien mitzugestalten: etwas, das wir für die soziotechnische Forschung als dringend notwendig betrachten. Gleichzeitig möchte ich diese kollaborativen Begegnungen nutzen, um einen theoretischen Beitrag zu Fragen der Sozialität transdisziplinärer Zusammenarbeit zu leisten – und weiter zu untersuchen, wie „epistemische Freundschaft" einen echten Wissensaustausch über Differenzen hinweg ermöglicht.