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Fachbereich Philosophie



Inhalt:
55-121.42

Derek Parfits Theorie personaler Identität (T)

Martin Hoffmann
  2st. Mo 14-16, Phil 1072 VMP 6
  Beginn: 17. Oktober 2011
  Module: BA 6; BP 2; MA 1; MEd 2, 3
 

Bin ich mit der Person identisch, die im August 1979 in Lasfelde eingeschult wurde und die 1993 in Würzburg studiert und dort ein Zimmer in der Rittergasse bewohnt hat? Die Kontroverse um die transtemporale Persistenz von Personen stellt spätestens seit John Lockes Behandlung des Themas einen inhaltlichen Schwerpunkt der Philosophie des Geistes dar. Vor genau vierzig Jahren erschien Derek Parfits Aufsatz „Personal Identity“. Die darin von Parfit erstmals formulierte und in der Folgezeit erheblich weiterentwickelte Theorie personaler Identität stellt seitdem einen festen Bezugspunkt der Debatte dar. Fragt man nach der Kernidee von Parfits Theorie, so wird man zuerst mit Parfits Slogan „Identity is not what matters“ konfrontiert. In dieser Theorie personaler Identität spielt der Begriff der Identität demnach keine Rolle. Für unser Überleben, so meint Parfit, sei vielmehr einer Beziehung der psychischen Kontinuität und Verbundenheit über die Zeit hinweg wesentlich. Dieser Slogan ist nun (wie viele Thesen, die große philosophische Debatten ausgelöst haben) durchaus interpretationsbedürftig und meine Paraphrase wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet: Warum geht es in Parfits Theorie um Überleben und nicht um Identität? Was ist „psychischen Kontinuität und Verbundenheit“? Ist „what matters“ deskriptiv oder normativ aufzufassen, d. h. will Parfit sagen, dass es faktisch nicht auf Identität ankommt oder dass es uns nicht auf Identität ankommen sollte? Im Seminar werden wir zunächst die einschlägigen Texte Parfits zu diesem Thema studieren und dann Autorinnen und Autoren lesen, die sich mit dieser Theorie kritisch auseinandergesetzt haben.
 

Literatur:
  • Korsgaard, Christine M. (1989), Personal Identity and the Unity of Agency: A Kantian Response to Parfit, Philosophy & Public Affairs 18, 101–132
  • Locke, John (1694). Of Identity and Diversity, in Ders.: Essay Concerning Human Understanding, Buch II, Kapitel XXVII.
  • Perry, John (1975, 22008), Personal identity, Berkeley.
  • Parfit, Derek (1971), Personal Identity, The Philosophical Review 80, 3–27.
  • Parfit, Derek (1984), Reasons and Persons, Oxford: Clarendon Press.
  • Parfit, Derek (1995), The unimportance of identity, in: Harris, Henry (Hg.) Identity: essays based on Herbert Spencer lectures given in the University of Oxford (S. 13–45), New York: Clarendon Press.
  • Parfit, Derek (2008), Persons, bodies, and human beings, in: Sider, Theodore, Hawthorne, John & Zimmerman, Dean (Hg.), Contemporary debates in metaphysics (S. 177–208), Oxford: Blackwell.
  • Thomson, Judith Jarvis (2008), People and their bodies, in: Sider, Theodore, Hawthorne, John & Zimmerman, Dean (Hg.), Contemporary debates in metaphysics (S. 155–176), Oxford: Blackwell.


  Zulassungsprechstunde:

Donnerstag, 01. September 2011, 14- 16 Uhr, Raum Phil 1053
Donnerstag, 29. September 2011, 14- 16 Uhr, Raum Phil 1053

Bitte vorbereiten:
  • Parfit, Derek (1971), Personal Identity, The Philosophical Review 80, 3–27.
Bitte insbesondere den ersten Teil vorbereiten: S. 3-14. Der Text findet sich (im englischen Original und in einer deutschen Übersetzung) im Handappa¬rat in der Bibliothek des Philosophischen Seminars.
 
 

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